Frisch vom Rost - Die Bewohner der Neuruppiner Obdachlosenunterkunft feierten gestern zusammen mit der örtlichen CDU
Der Schlagermix aus Lüdersdorfs Privatsammlung kam bei den Feierlustigen gut an. „Das ist meine Zeit“, ruft Max Papenbrock in die Runde. Bratwurst, Steak und Kartoffelsalat haben sich er und seine Tischnachbarn geholt. „Uns schmeckt's“, sagen die Herren zufrieden. „Gutes Wetter ham se auch mitgebracht“, bemerkt Frank Wisnewsky. Er ist ein ehemaliger Bewohner des K6 und freut sich über die gesellige Runde. „Das ist wirklich eine gute Idee.“
Das dachte sich auch der Stadtverband. Vergangenes Jahr lud er erstmals zum Grillen im K6. „Man erinnert sich immer nur zu Weihnachten an die sozialen Einrichtungen“, sagt Waltraud Kröcher. „Aber das Jahr ist lang, darum haben wir das Ganze auf den Sommer verlegt.“ Die Schatzmeisterin hat Schmalzstullen geschmiert und verteilt hausgemachte Buletten auf die Teller der Bewohner.
Die erste Gesprächsrunde hat sich um den Stadtverordneten Peter Lenz gebildet. Beim Essen spricht er mit einigen Herren des Hauses über ihre derzeitige Situation. „Man stößt hier nicht auf Ablehnung“, freut sich Lenz. „Die ganze Atmosphäre ist sehr herzlich.“
Enrico Dziellack und Daniel Krogmann bleiben lieber unter sich. „Wir werden wohl nicht mit den Politikern reden.“ Trotzdem haben sie einen Heidenspaß. Spontan führen die Betreuerinnen Doris Engel und Birgit Boerger einen Sketch im Garten auf. Bei einer Modenschau präsentieren sie die neuesten Trends für die Bewohner des K6. Als Accessoire preisen sie schelmisch eine Plastiktüte an. (Von Nadine Pensold)
Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung vom 17.06.2010