Der Generalstaatsanwalt als Parteisoldat Leserbrief zu dem Kommentar - Im Schlepptau von Speer (MAZ vom 23.08.2010)
Aber auch die weiteren Äußerungen des Generalstaatsanwaltes zu der Reform lassen tief blicken. Statt die berechtigten Einwände von Bürgern, Kommunalpolitikern ja sogar von den eigenen Kollegen zu berücksichtigen, herrscht bei ihm lediglich „kein Verständnis für die Kritik“. Als Höhepunkt folgt dann zudem die Aussage, dass ihm die Sachkenntnis dafür fehle, ob die Schließung von Polizeiwachen im Land sinnvoll sei. Da fragt man sich, woher Herr Rautenberg dann die Sachkenntnis nimmt, die Polizeireform zu loben. Vielleicht wäre es sinnvoller, der Generalstaatsanwalt würde sich einmal vor Ort mit den Betroffenen über die Folgen der angedachten Polizeireform unterhalten, statt im blinden Parteigehorsam den Vorgaben des Innenministers zu folgen. Von einem eigentlich unabhängigen Juristen in der Stellung von Erardo Rautenberg sollte so etwas erwartet werden können.