Anfrage der CDU: Kontrolle kostet zu viel - Kreisverwaltung ist Überwachung des Altpapier-Verkaufs zu teuer
Eine Kontrolle der Mengen an Altpapier, die die Abfallwirtschaftsunion (AWU) Ostprignitz-Ruppin entgegen nimmt, ist für den Kreis nicht rentabel. Zu diesem Ergebnis kam eine Überprüfung der Verwaltung. Der Kreistagsabgeordnete Sebastian Steineke (CDU) hatte in einer Anfrage im Kreis-, und Finanzausschuss prüfen lassen, ob es möglich ist, dass der Kreis die Blauen Tonnen selbst übernimmt und sie mit Transpondern (Geräte, die Signale senden und empfangen) ausstatten kann, um zu kontrollieren, wie viel Altpapier die AWU tatsächlich einsammelt und verkauft. Mit Stand vom Juni erhielt das Abfalluntemehmen 90 Euro pro Tonne Altpapier. Der Abnehmer, die Alba AG, zahlt damit den vom Europäischen Wirtschaftsdienst (Euwid) ermittelten Papierpreis. Der Kreis wird an den Gewinnen aus dem Erlös beteiligt. Im vergangenen Jahr erhielt er dadurch 447 000 Euro von der AWU. An diese flössen jedoch fürs Einsammeln und Befördern des Papiers 674 000 Euro aus dem Kreishaushalt. Unterm Strich schoss der Kreis also 227 000 Euro zu.
Offensichtlich zweifelt Steineke daran, dass der Müll-entsorger die Altpapiermengen richtig berechnet. Daher wollte er die Kontrolle in der Hand der Verwaltung wissen. Er schlug vor, die Tonnen mit Transpondern auszustatten, oder aber welche zu kaufen, die bereits über die Technik verfügen. Wie Vize-Landrat Werner Nüse gestern mitteilte, übersteigen die Kosten dafür jedoch den etwaigen Nutzen: „Die vorgeschlagenen Maßnahme, ist sehr teuer. Nach unserer Einschätzung wird sich das nicht rentieren." Demnach würde eine sechsstellige Summe anfallen. „Damit sich das rentiert, wären über Jahre Mehreinnahmen in Höhe von zehntausenden Euro nötig", überschlägt Nüse. „Viel Kontrolle kostet auch viel Geld."
Quelle: Ruppiner Anzeiger vom 29.11.2011