CDU OPR / Neuruppin zur Causa Wulff - Wulff verliert Rückhalt im Volk
Der Bundespräsident Christian Wulff steht in der Kreditaffäre und wegen seines Umgangs mit den Medien unter zunehmendem Druck. © Arno Burgi
Selbst aus den Reihen der CDU, der auch Wulff angehört, wird Kritik an dessen Verhalten laut. Sebastian Steineke, Pressesprecher der Kreis-CDU, ist einer davon: „Sein Verhalten ist problematisch“, erklärte er gestern auf RA-Nachfrage. „Ich denke, es ist auch Mehrheitsmeinung in unserer Fraktion, dass es in dieser Art und Weise nicht geht“, ergänzte er mit Blick auf die jüngsten Nachrichten.
Rücktrittsforderungen wolle er als Lokalpolitiker aber nicht an den Bundespräsidenten stellen. „Wulff wird schon selbst entscheiden, ob das Amt weiter schadensfrei betrieben werden kann. Ich gehe aber davon aus, dass er richtig entscheiden wird“, so der CDU-Sprecher.
Derart diplomatisch haben sich gestern bei Weitem nicht alle Neuruppiner geäußert. Der überwiegende Teil der Befragten forderte gestern klar den Rücktritt des Bundespräsidenten – ungeachtet der Tatsache, dass damit innerhalb nur eines Jahres der Posten zum zweiten Mal neu besetzt werden müsste. Als Begründung gaben die meisten an, dass Wulff mit seinem Versuch, die Berichterstattung über seinen Privatkredit zu verhindern, zu weit gegangen sei. Die Annahme des günstigen Privatkredites hätten die meisten nach Wulffs öffentlicher Stellungnahme durchaus entschuldigen können.
Wulff war gestern weiter unter Druck geraten. Der Bundespräsident soll nicht nur versucht haben, die Bild-Zeitung von einem kritischen Bericht über seinen Hauskredit abzuhalten und dem Redakteur mit Konsequenzen gedroht haben. Auch bei der „Welt am Sonntag“ soll er angerufen haben, um einen Artikel zu verhindern, berichtete gestern der „Spiegel“. Im Zusammenhang mit der Bild-Affäre prüft laut Nachrichtenagentur dpa die Staatsanwaltschaft Berlin derzeit, ob der Anfangsverdacht der Nötigung besteht.
Quelle: www.die-mark-online.de 04.01.2012